
Über lange Zeit galten PNG, JPEG und GIF als etablierte Standards im Web. Diese Formate waren funktional, jedoch nicht optimal. Sie stammen aus einer Phase der Webentwicklung, in der hochauflösende Bilder, Animationen und umfangreiche visuelle Inhalte noch keine zentrale Rolle spielten.
Bilder wurden zu diesem Zeitpunkt überwiegend auf lokalen elektronischen Geräten genutzt und nicht primär für den Einsatz im Web. Die Dateigröße spielte dabei eine untergeordnete Rolle, da der Austausch meist über physische Datenträger oder lokale Netzwerke erfolgte.
Anschließend begann die Entwicklung des Internets in seiner heutigen Form.
Webseiten waren überwiegend schlicht gestaltet und bestanden häufig aus einfachen Farbflächen mit nur wenigen oder keinen Bildern. Grafische Elemente wurden sparsam eingesetzt, Layouts waren funktional und reduziert, und die meisten Nutzer verfügten über vergleichsweise langsame Internetverbindungen.
Bilder galten zunächst als Luxus und nicht als Standardbestandteil von Webseiten. Erst mit der zunehmenden Verfügbarkeit schneller Internetverbindungen und farbfähiger Bildschirme entwickelte sich das Web hin zu einer visuell reichhaltigeren und farbintensiveren Darstellung.
Die klassischen Bildformate zeigten früh ihre primäre Ausrichtung außerhalb des Webs. Dadurch entstand der Bedarf an einem speziell für das Internet optimierten Bildformat, was zur Entwicklung von WebP führte.
Die Schwäche der klassischen Formate
Damals ging es vor allem darum, Bilder möglichst detailgetreu zu speichern. Die Dateigröße spielte kaum eine Rolle.
Bilder wurden über Disketten oder Festplatten weitergegeben, nicht über mobile Netze oder ausgelastete Server. Speicher war wichtig, aber Übertragungsgeschwindigkeit war kein Thema.
Und genau hier liegt die Schwäche dieser klassischen Formate. Die Dateigröße.
Eine PNG-Datei mit 20 MB? Technisch kein Problem. Auf einer Festplatte fällt das kaum ins Gewicht. Doch im Web sieht das anders aus. Jede große Datei muss übertragen werden. Über Internetleitungen, über Server, zu Smartphones mit begrenzter Bandbreite.
Gerade im mobilen Internet wird das schnell zum Problem. Verbindungen sind oft langsamer als im heimischen WLAN. Gleichzeitig erwarten Nutzer, dass eine Website sofort lädt. Große Bilddateien passen da einfach nicht mehr ins Bild.
Die logische Lösung: Bilder verkleinern
Bildergröße verkleinern geht auf zwei Wegen:
- durch Verringerung der Auflösung
- durch Komprimierung
JPEG reduziert entweder die Auflösung oder arbeitet mit verlustbehafteter Komprimierung. Die Dateigröße sinkt, aber auch die Bildqualität leidet. PNG kann ebenfalls verkleinert werden, nutzt dabei aber eine verlustfreie Komprimierung. Die Qualität bleibt erhalten, die Dateigröße sinkt dennoch.
Erst durch diese Optimierungen wurde es möglich, dass Bilder, die in einer Zeit vor dem modernen Internet entstanden sind, im Internet allgegenwärtig wurden. Ohne Komprimierung wären viele hochauflösende Bilder schlicht zu groß für eine akzeptable Ladezeit gewesen.
WebP — entwickelt mit Fokus auf das Internet
WebP wurde im Jahr 2010 von Google vorgestellt und von Beginn an für den Einsatz im Web konzipiert. Ziel war die Reduzierung der Dateigröße bei gleichbleibender Bildqualität, um schnellere Ladezeiten und eine verbesserte Nutzererfahrung zu ermöglichen.
WebP unterstützt sowohl verlustbehaftete als auch verlustfreie Komprimierung. Darüber hinaus werden Transparenz wie bei PNG sowie Animationen wie bei GIF unterstützt. Dies erfolgt bei in der Regel deutlich geringeren Dateigrößen.
Für Websites bietet WebP erhebliche Vorteile: Es vereint die Stärken klassischer Bildformate und ermöglicht gleichzeitig kompakte Dateien, die sich schnell über das Internet übertragen lassen.
Die Vorteile von WebP
Die Vorteile sind eindeutig, weshalb WebP rasch breite Unterstützung auf nahezu allen gängigen Endgeräten und im Web erhielt:
- Bessere Komprimierung: WebP bietet eine effizientere Komprimierung als herkömmliche Formate wie JPEG und PNG, was zu kleineren Dateigrößen führt, ohne die Bildqualität wesentlich zu beeinträchtigen.
- Transparenz: WebP unterstützt transparente Hintergründe (Alphakanäle) wie PNG, jedoch mit besserer Kompression, was die Dateigröße reduziert.
- Animationen: WebP ermöglicht die Erstellung animierter Bilder, ähnlich wie GIFs, jedoch mit besserer Bildqualität und kleineren Dateigrößen.
- Hohe Bildqualität: WebP bietet sowohl verlustbehaftete als auch verlustfreie Kompression, was bedeutet, dass eine hohe Bildqualität bei kleineren Dateigrößen beibehalten werden kann.
- Breite Unterstützung: viele moderne Webbrowser unterstützen WebP, was es zu einer praktischen Wahl für die Verwendung im Web macht.
- Schnellere Ladezeiten: durch die kleineren Dateigrößen können Webseiten schneller geladen werden, was die Benutzererfahrung verbessert und die Ladezeiten verkürzt.
WebP komprimiert Bilder deutlich effizienter als JPEG oder PNG. Es unterstützt transparente Hintergründe, ermöglicht animierte Bilder und behält dabei eine hohe Qualität bei deutlich kleineren Dateien. Die meisten modernen Browser erkennen das Format problemlos, und die geringeren Dateigrößen sorgen für spürbar schnellere Ladezeiten.
Technisch nutzt WebP moderne Komprimierungsmethoden wie prädiktive Kodierung. Dabei werden Bildinformationen intelligent analysiert und gespeichert. Das Ergebnis sind oft 25 bis 34 Prozent kleinere Dateien im Vergleich zu JPEG oder PNG bei vergleichbarer Qualität.
WebP in der Praxis
Ein mit KI erstelltes Testbild in der Auflösung 3840 × 2160 Pixel, das in den Tests verwendet wurde und hier bereits in komprimierter Form vorliegt:
Hier ist ein kleiner Vergleich der Bildgröße bei PNG, JPEG und WebP ohne jegliche Komprimierung, also 100 % verlustfrei:
- PNG kommt auf 33 MB
- JPEG auf 3,6 MB
- WebP auf 876 KB
Ohne sichtbaren Qualitätsverlust ist WebP damit 4x kleiner als JPEG und 37x kleiner als PNG. Nach zusätzlicher Komprimierung sieht das Ergebnis wie folgt aus:
- PNG mit maximaler verlustfreier Komprimierung landet bei 5,5 MB
- JPEG bei 629 KB
- WebP bei 203 KB
Auch hier bleibt WebP vorne. Klein, effizient, visuell überzeugend. JPEG schlägt sich solide und ist weiterhin gut einsetzbar. PNG punktet bei maximaler Detailtreue.
Wenn es um möglichst kleine Dateien geht, führen JPEG und WebP. Wenn absolute Detailtreue gefragt ist, spielt PNG seine Stärken aus. PNG ist ungeschlagen, wenn es um Bildqualität geht. Doch für das Web ist WebP deutlich besser geeignet, wie die Vergleiche oben zeigen.
Fazit
WebP wurde für das moderne Internet entwickelt. Für schnelle Ladezeiten, mobile Geräte und hohe Ansprüche an Performance. Immer mehr Websites setzen darauf. Alle großen Browser unterstützen es.
Der Vorteil der Nutzung des WebP-Formats ist für Websitebetreiber, Entwickler und Nutzer offensichtlich: weniger Daten, schnellere Seiten, bessere Performance.
Auf meinen Websites wird standardmäßig das WebP-Format verwendet. Beim Upload werden Bilder automatisch von PNG oder JPEG in WebP konvertiert, um die Dateigröße zu reduzieren und die Ladezeiten zu optimieren.
Für eine solche automatische Bildkonvertierung in WordPress steht das WebP-Konverter-Plugin zur Verfügung.
Gegen den Einsatz von WebP sprechen heute nur noch wenige Gründe. Die entscheidende Frage lautet mittlerweile nicht mehr, ob, sondern wann es auf nahezu jeder Website zum Standard wird.
Für weiterführende Optimierungen der Ladezeit kann ein WordPress Caching-Plugin eingesetzt werden. Es bietet eine solide Grundlage zur Verbesserung der Performance und ist ein sinnvoller Ausgangspunkt für weitere Optimierungsmaßnahmen.
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